Verfasst von: hasepuppy | 10. Juni 2010

Ein tolles Sparpaket?

Was haben sich die Koalitionäre sich da eigentlich gedacht? Das war doch wieder mal der Verteilungsversuch von unten nach oben übelster Sorte! Kein Gedanke daran, mal den Spitzensteuersatz zu erhöhen! Oder die Märchensteuer für Hotelübernachtungen wieder auf das alte Niveau anzuheben! Und warum zahlen wir immer noch Entwicklungshilfe an China in Millionenhöhe? Kein Wort davon! Statt dessen werden wieder einmal  die Ärmsten der Armen für eine durch und durch verfehlte Politik zur Kasse gebeten! Diesen Leuten fehlt der makroökonomische Sachverstand! Von Volkswirtschaftslehre haben weder Merkel, noch Westerwelle oder irgend einer der beteiligten Personen eine Ahnung. Das Geschwafel von der schwäbischen Hausfrau ist einfach nur Quatsch, weil man Staatsschulden nicht betriebswirtschaflich lösen kann. Das führt ganz schnell in die Deflation. Warum? Ganz einfach:

Wenn der Staat seine Ausgaben drosselt, führt das zu Einnahmeausfällen in vielen Bereichen des Baugewerbes, in vielen Schlüsselindustrien, die vorher gefördert wurden (z. B. Solarindustrie), was wiederum Massenentlassungen auslöst, und auch in grossen Teilen der Bevölkerung, die dann weniger für den Konsum übrig haben und für den wichtigen Binnenmarkt wegfallen. Wenn aber – unter anderem auch als Folge anhaltender Niedriglohnpolitik – der Masse das Geld fehlt, müssen die Preise sinken, damit die Händler ihre Produkte überhaupt noch los bekommen. Die Folge ist, dass die Verbraucher aber nicht kaufen, sondern auf den nächsten oder übernächsten Tag warten, in der Hoffnung, das alles noch billiger wird. Weil aber wegen fehlender Nachfrage die Preise sinken müssen, werden im Gegenzug die Löhne gesenkt, was wiederum Preissenkungen zur Folge hat. So etwas nennt man Deflation. Diese ist deswegen so gefährlich, weil man sich kaum noch aus dieser Situation befreien kann. Das Beispiel Japan lässt grüssen. Dort steckt man schon seit 20 Jahren in der Deflationsspirale.  Die Japaner haben damals die selben Fehler gemacht, wie wir heute: Niedriglöhne und Abbau der Staatsaktivitäten.

Ich muss Wolfgang Lieb und Albrecht Müller von den Nachdenkseiten in vollem Umfang Recht geben, wenn sie hier und hier das Sparpaket als absolut untaugliches Mittel zur Staatssanierung geisseln, den politischen Akteuren den makroökonomischen und volkswirtschaftlichen Sachverstand absprechen und in diesem Zusammenhang immer wieder auf die drohende Deflation hinweisen, zumal diese politischen Fehler nicht nur in Deutschland, sondern auf Druck des IWF fast überall in Europa gemacht werden und das macht die Sache so gefährlich!

Carpe Diem!

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