Verfasst von: hasepuppy | 20. Oktober 2012

Zuschussrente? Was für’n Quatsch!

Da soll es also die Leyen’sche Zuschussrente richten. Schön! Oder eher nicht! Denn was sich so schön und seriös anhört ist in Wirklichkeit nur die nächste Stufe der Rentenprivatisierung, nachdem immer mehr Menschen gemerkt haben, das das ganze System nichts taugt. Mal davon abgesehen taugen die aktuellen Vorschläge der SPD bezüglich der Ausweitung der betrieblichen Altersvorsorge auch nicht, weil in beiden Fällen immer wieder nur die Finanzwirtschaft profitiert und sonst niemand.

Aber zurück zur Zuschussrente: Unsere Bundesarbeitsministerin verlangt von uns doch tatsächlich, dass wir in Zukunft 30 Jahre in die Rentenversicherung einzahlen und dann noch nebenbei riestern sollen, um dann mit 67 Jahren eine garantierte Rente von 850 Euro zu bekommen, die dann angeblich oberhalb des Alg2-Regelsatzes plus Miete, Neben- und Heizkosten liegen soll. Aber schauen wir uns das doch mal genauer an:

Nehmen wir als Beispiel einen heute 37-jährigen Geringverdiener und den jetzigen Regelsatz von 374 Euro (ja ich weiss, nächstes Jahr gibt es 8 Euro mehr, aber das muss in Zukunft nicht immer so sein) und die KdU von Arnsberg in Höhe von z. Z. 286 Euro (216 Euro KM und 70 Euro NK) (alte Regelung mit 45 qm). Den Beitrag für die Krankenversicherung lasse ich jetzt mal aussen vor, weil man als Rentner in der Regel eh automatisch krankenversichert ist und die Heizkosten eine Variable ist, mit der man nicht sicher rechnen kann, weil sie eine Gleichung mit vielen Unbekannten ist und wohl auch in Zukunft bleiben wird. Macht zusammen 660 Euro! Zählt man dann noch pro Jahr angenommene 2% Inflation hinzu, dann wären das nach 30 Jahren 1195,50 Euro und der Mann müsste, weil er ja nur 850 Euro bekommt, trotzdem dem Gang zum Sozialamt antreten. Die Rente würde angerechnet und die Riesterrente auch. Dass heisst, er hätte 30 Jahre umsonst gespart, der Realwirtschaft das Geld in dieser Zeit entzogen und alle Sparbemühungen wären für die Katz. Die Ministerin will uns alle mit ihren Berechnungen nur Sand in die Augen streuen, weil sich 850 Euro heute nach viel Geld anhört, aber in 30 Jahren gerade mal etwas mehr als den reinen Regelsatz (677,45 Euro) und die Nebenkosten (126,80 Euro) darstellt.

Was tun?

Nun ja – ich würde die normale Rente stärken und einen flächendeckenden Mindestlohn einführen, prekäre Arbeitsplätze abbauen und die Arbeitslosigkeit senken. Anders kommen wir aus dem Dilemma nicht mehr heraus. Und wer jetzt argumentiert, das würde zu teuer, dem kann ich nur sagen, dass die Rettung der Banken mit Sicherheit teurer kommt. Das Geld ist da, aber es ist nur in den falschen Händen!

Wenn wir jetzt nicht handeln, rollt in ein paar Jahren eine riesige Altersarmutswelle auf uns zu. Wollen wir das?

Carpe Diem!

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